Navigation

Informationen zur Seite

Partner / Support


interview mit Curse im Universal DOG

interview mit Curse im Universal DOG

das interview fand kurz vor seinem auftritt in lahr statt.

Erste Frage, wie hat dir die Tour bisher gefallen?

Gut, die Tour hat mir bisher gut gefallen, war eigentlich alles cool. Von extrem gut besuchten, wahnsinnig krassen Shows bis hin zu normal besuchten coolen Shows, aber war eigentlich alles cool bis jetzt, keine Zwischenfälle, keine Krankheiten, keine verletzten bisher, alles gut eigentlich.

Und hat sich das Publikum verändert im vergleich zu den vorherigen Shows, bzw. zur letzten tour?

Ja, aber das Publikum verändert sich jedes Mal. Ich finde das ganz komisch, aber auch ganz interessant, dass das Publikum jedes mal anders ist und ich frag auf dieser tour öfters, wer zum ersten mal auf einem Konzert ist und wer schon öfters da war. und man merkt wirklich das zwei drittel der Leute zum ersten mal auf einem Konzert sind. Und wirklich nur ein drittel oder so was, manchmal sogar weniger als ein drittel der Leute schon vorher auf Konzerten waren. Das ist aber jedes Mal irgendwie so. also es ist super oft so, dass ich feststelle, dass es immer ganz neue Leute sind und auch immer wieder ein anderes Publikum. Jetzt zum Beispiel in Köln, auf der letzten tour, der innere Sicherheit tour, da hatten wir ein ziemlich altes Publikum, da war, glaube ich, niemand jünger als zwanzig. Und als wir jetzt da waren, waren voll viele Leute so um die 15, 16 da, aber auch wieder ältere, so Leute um 30. Man merkt schon, dass das jedes Mal wieder ein anderes Publikum ist. Ich glaube das hängt immer wirklich ein bisschen davon ab, was man grad für eine Single draußen hat. Und ich glaube gangsta Rap spricht auch eher Leute an, die 15, 16 sind und so was wie widerstand hat dann auch eher Leute angesprochen, die so 25, 30 sind, und ich glaube, dass ist immer so ein ding, wie du grad in der Öffentlichkeit da stehst, das spiegelt sich da auch wieder. Und dann gibt es natürlich die die Hard Fans, die halt immer kommen zu allen Konzerten.

Das ist uns vorhin schon aufgefallen, es sind wieder wahnsinnig viele jüngere da.

Also ich hab noch gar nicht rausgeguckt, keine Ahnung, aber das mag schon sein, ja.

Ok, also erste richtige frage.

(lacht) das war noch gar keine richtige frage?

Ok, doch, also nächste frage halt: Wolltest du dich mit dem sinnflut-album bei irgendjemandem rechtfertigen? Wenn ja, inwiefern?

Nein. Punkt. (zögert) Ich weiß auch gar nicht..ich finde es interessant, dass du das fragst, weil ich brauche so lange um nachzudenken ob irgendwo auf dem Album irgendwo irgendeine Rechtfertigung drauf ist, irgendwas ..ich glaube nicht. Ich mache meine musik..also ich mache immer das worauf ich bock habe und wenn ich bock habe auf dem nächsten Album irgendwie fünf Songs zu machen die unfassbar sexistisch sind dann mach ich fünf Songs die unfassbar sexistisch sind. Aber ich bin halt nicht so der Typ, ich hab nicht so viel Fokus auf battlerap. Es liegt gar nicht daran, dass ich da was Gegenhabe oder es nicht machen will, sondern zum Beispiel einfach weil ein battlerap song zu schreiben, wie es viele andere tun, das ist für mich supereasy und supersimpel, das ist für mich keine Herausforderung, das ist nix was mich irgendwie kickt. Und ich mach Musik um mich selber zu kicken und was mich kickt ist zum Beispiel wenn ich mit Reno da sitze und wir überlegen uns ein abgefahrenes Konzept und es kommt so ein Song wie links rechts dabei raus, wo wir uns nachher an den kopf fassen und sagen: junge, wie kommen wir auf solche Ideen. Das ist das, was mich kickt, und wenn es ein battlerap ist, dann muss es schon was ganz besonderes sein, so was wie zum Beispiel Broken language oder so was wie Rap auf meinem Album davor, wo ich wirklich alle styles in einem track zusammengepackt habe. Und da überleg ich mir jetzt aber nicht so, ja, äh..hat in dem interview das und das gesagt. Ich hab ja nicht angefangen Musik zu machen wegen irgendwem anders und ich mache auch heute noch keine Musik wegen irgendwem anders, eigentlich versuche ich in meinem leben gar nichts zu machen wegen irgendwem anders, sondern alles wegen mir selbst. Das ist eigentlich die einzig vernünftige Variante im leben. Weil weißt du, wenn jemand Curse scheiße findet, wenn zum Beispiel die Juice sich in den kopf gesetzt hat Curse ist jetzt nicht mehr cool, dann kann ich machen was ich will und die Juice wird alles was ich mache immer kritisieren. Wenn du dir in den kopf gesetzt hast, ich find den und den scheiße, der Typ in meiner schule ist ein Wichser, da kann der eine grüne Jacke anhaben, dann findest du die Jacke scheiße, da kann der eine blaue Jacke anhaben, dann findest du die Jacke scheiße, dann der ne rote Jacke anhaben, du hast dir einfach in den kopf gesetzt, du findest den Typen scheiße. Der kann der machen was er will und das Thema hat sich erledigt. Und wenn der Typ dann versucht, dir gerecht zu werden, also versucht es dir recht zu machen, dann ist er nicht mehr er selbst, du findest ihn trotzdem scheiße, du findest ihn sogar noch beschissener, weil er versucht sich bei dir einzuschleimen, und das ist ein Riesen Dilemma. Das heißt niemals, niemals würde ich anfangen irgendwelche Songs zu machen weil irgendein Schmock, dessen platte ich mir gar nicht gekauft habe, gesagt hat, er findet meine Musik nicht cool. Never ever.

Inwiefern beeinflussen dich Leute, freunde oder bekannte oder sogar andere Musiker bei der Herangehensweise an deine Musik oder sogar beim Inhalt deiner lyrics?

Auf eine positive art und weise beeinflussen mich Leute. Und zwar dadurch, dass man sich gegenseitig eigentlich konstruktive Ideen gibt oder dass man zusammensitzt und sich über Sachen unterhält, sich irgendwelche Songs anhört und auf irgendwelche Flashs kommt. Wie jetzt zum Beispiel bei links rechts, wo wir einfach dagesessen sind und der eine hat dann einen Satz gesagt stell dir vor das und das passiert und dann kommt man von einem zum anderen und irgendwann baut sich die Idee für so einen Song auf. Oder wenn Claud mir ein Lied schickt und der saschliq spielt mir einen Beat vor, zum Beispiel 24 von meinem neuen Album. Saschliq hat mir den Beat vorgespielt und ich habe gesagt, der Beat hat irgendwas ganz kaltes, so was nüchternes Kaltes. Und dann hat er zu mir gesagt, ja der Beat sagt irgendwas darüber aus wie grotesk zeit ist. Und dann hab ich gesagt aha und dann hat er gesagt, ja stell dir vor du hast dreizehn Jahre in die Erziehung und liebe investiert um dein Kind aufzuziehen und innerhalb von einer Sekunde läuft das Kind vor ein Auto. solche Sachen zum Beispiel. Diese groteske ding von zeit und dann hab ich gesagt sag nix und dann hat sich bei mir diese Idee entwickelt für 24, das zu schreiben. Und so beeinflusst man sich dann schon gegenseitig. Und das muss eigentlich gar kein Rap sein, dass kann auch Soul sein. Da hört man irgendwo einen Satz oder ein Statement das man geil findet und darauf baut man dann was auf.

Zu deinem neuen Album Sinnflut. Kannst oder möchtest du etwas dazu sagen wieso es Sinnflut heißt?

Warum? Weil ich den Titel geil fand. Und weil er eigentlich das beschreibt was das Album ist. Sinn Flut.

In dem Lied "kein weg zurück" sprichst du über vergangene dinge die du hättest anders machen sollen. Die Essenz von dem Lied ist dann aber auch gleichzeitig, dass es eigentlich keinen sinn macht sich über solche Sachen Gedanken zu machen. Weil der Weg den du gekommen bist, dass der so eigentlich gut war. Ist das oft so bei dir, dass du dir Gedanken machst über dinge wie was wäre wenn ich das so gemacht hätte oder wenn ich das nicht so gemacht hätte?

Also ich sitze jetzt nicht den ganzen tag zu hause rum und mach mir darüber Gedanken und überleg mir was wäre wenn ich gestern die roten Schuhe angezogen hätte statt den blauen, also das mache ich nicht. Aber ich glaube jeder Mensch überlegt sich manchmal so, na ja weißt du, du hast dir bestimmt auch schon gesagt, wenn ich die alte gestern angesprochen hätte, wer weiß, aber ich hab mich nicht getraut oder ich war zu besoffen oder sonst irgendwas. Das passiert aber jedem Menschen im leben, dass man sich das überlegt oder habe ich das richtige studiert, mache ich die richtige Ausbildung, war das die richtige Entscheidung. Das fragt man sich natürlich pausenlos und das frag ich mich natürlich auch wie jeder Mensch, aber auch nicht mehr oder weniger als jeder andere.

Vor zwei Jahren warst du im Jazzhaus in Freiburg und da kam Beifall, dann war es ganz still und dann hat jemand deinen richtigen Vornamen ins Publikum bzw aus dem Publikum heraus gebrüllt und du bist da drauf eingegangen und hast gesagt, wer dich so nennt würde dich nicht richtig kennen. Also worauf wir hinauswollen ist, wenn wir jetzt alle deine Alben gehört haben, inwiefern können wir sagen was du für ein Mensch bist anhand der Musik die wir von dir kennen?

Also das weiß ich nicht. Manche Leute haben wahrscheinlich einen völlig falschen Eindruck, manche Leute haben bestimmt einen sehr guten Eindruck, dass kann ich dir nicht sagen, wie richtig dein Eindruck von mir ist. Es liegt ja an dir, wie du mich siehst. Du siehst mich durch deine Brille. Du siehst auch ihn und ihn durch deine Brille. Ich sehe ihn vielleicht ganz anders. Für mich ist Reno vielleicht ein anderer Mensch als für Germany, natürlich sind wir alle sehr lange befreundet, aber wir haben auch alle andere Erfahrungen und ich sehe ihn durch meine Brille und Germany durch seine. Das heißt wenn du die richtige Brille auf hast, checkst du vielleicht wirklich was ich für ein Typ bin. Aber vielleicht interpretierst du die Sachen auch einfach falsch. Wenn ich zum Beispiel sage, der früher-war-alles-besser-drauf-scheißer heult doch ihr Weiber. Wenn ich diesen Satz sage, dann hört der eine, der so linksradikal politisch korrekt unterwegs ist, dass ich gesagt habe, heult doch ihr Weiber und sagt, der ist aber ein Sexist. Der nächste sagt, ah der früher-war-alles-besser-drauf-scheißer, der meint früher war alles besser aber drauf gekackt. Der nächste der es hört, denkt sich, der gibt einen kack auf dieses früher-war-alles-besser Gelaber. Das heißt, es ist eine frage von deiner Interpretation von dem was ich tue. Und das was ich nachher damit gemeint habe, dass weiß ich natürlich, aber ich weiß nicht wie gut du das gecheckt hast.

Ist dir das wichtig, was die Leute dann drüber denken? Oder wie würdest du dich gerne sehen?

Ich versuche immer mehr damit aufzuhören, aber ich weiß, dass es nicht klappt, weil wenn man in der Öffentlichkeit steht und 50.000 Leute hören deine platte oder sogar 60.000, 70.000 kaufen sie, noch mehr hören sie (lacht) und du wirst bombardiert mit allen möglichen Meinungen. Jeder zweite Typ, den ich treffe hat das Gefühl mir eine Meinung von ihm mitteilen zu müssen und das ist teilweise wahnsinnig anstrengend, weil irgendwann hast du am Abend von 50 Leuten irgendeine andere Meinung gehört und teilweise sind die so konfliktmäßig, der eine sagt, supergeile Show, der nächste sagt, die Show war nicht so gut wie da, der nächste sagt, beste Show deines Lebens, der nächste sagt, warum hast du den Song nicht gebracht, der nächste Typ sagt, geil dass du den Song gespielt hast und irgendwann stehst du da und hast 100 Meinungen gehört und die haben alle irgendwie recht aber alle haben auch nicht recht. Und da ist es super wichtig, dass man das so ein bisschen ausschaltet, dass man das so annimmt und mit den Leuten spricht. Aber wenn man das zu nah an sich ran kommen lässt, das ist mir schon öfters passiert, das passiert mir immer wieder, weil das wahnsinnig schwer ist, dann sitzt du echt zuhause und du weißt teilweise gar nicht mehr was du selber denkst, was du selber fühlst weil du in deinem kopf nur tausend stimmen von anderen Leuten hast, der eine erzählt dir das, der andere erzählt dir das und deswegen je älter ich werde und je länger ich Musik mache desto mehr versuche ich damit wirklich einfach aufzuhören mir zu viele Gedanken darüber zu machen was die Leute sagen weil, da sind wir wieder bei dieser Brille, du kannst es nie allen Leuten recht machen und sobald du versuchst es allen Leuten recht zu machen oder auch nur bestimmten Leuten recht zu machen, verlierst du dich selbst. Und ich glaub, das was die Leute auch im Endeffekt unterm strich an der Musik schätzen ist, dass es eben ehrlich ist und das es von mir kommt und das es etwas ist, was aus meinem herzen spricht. Und wenn ich nur darauf hören würde, was andere Leute mir sagen, könnte ich das gar nicht mehr tun, weil dann wüsste ich gar nicht mehr was mein herz sagt. Das hört sich jetzt hoch philosophisch an in gewisser weise, aber das ist schon eine wichtige Sache. Ich struggle damit so. aber es ist schon eine sehr wichtige Sache, dass man sich nicht zu sehr von der Meinung von den Leuten beeinflussen lässt.

Wo siehst du dich selbst in fünf bis zehn Jahren?

Keine Ahnung. Also, Multimillionär, Segeljacht, mache mein ganzes Business nur noch vom Telefon aus und gehe dann immer vor irgendwelchen Inseln vor Anker, baue mein mobiles Equipment auf, Rappe irgendwie sechszehn bars ein und knall mir einen schönen fisch in die pfanne..naja das ist natürlich eine Traumvorstellung. Aber ernsthaft kann ich dir das nicht sagen. Weil wenn du mich vor fünf Jahren gefragt hättest, wo ich heute bin, das hätte ich dir gar nicht sagen können. Und ich kann dir jetzt auch nicht sagen, wo ich in fünf Jahren bin. Keine Ahnung. Vielleicht treffen wir uns hier wieder, vielleicht auch nicht.

Ich hätte noch eine Frage zur Entwicklung der deutschen Hiphop Szene. Meiner Meinung nach waren es früher individuelle Leute, die sich in einer Gruppe definiert haben. heute dagegen ist es eher so, dass es Gruppen gibt, die sich gegenseitig individuell unterscheiden und die sich zum teil auch harsch bekämpfen. Ich würde zum Beispiel sagen, Bushido oder so, das sind keine schlechten Rapper, die haben einfach keinen Respekt und eine große Klappe. Meine Frage ist, wo ist der Hiphop hin von vor ein paar Jahren und was bedeutet Hiphop für dich heutzutage?

Also für mich bedeutet Hiphop als Ding, als Konzept immer noch das gleiche wie vor zehn Jahren. Hiphop ist immer noch die Kultur, Hiphop besteht immer noch aus verschiedenen Elementen und so weiter. Wovon du redest ist eigentlich mehr so das Rapbusiness. Früher gab es in Deutschland halt eine Hiphop Szene, da gab es natürlich auch schon immer mal Hauerei und die einen Writer gegen die anderen Writer, aber es war nicht so das Main Topic. das Main Topic war immer noch das Leute zusammen auf eine Jam gekommen sind, wir haben gerade noch neulich darüber gesprochen. Damals haben die Leute noch BlackBooks ausgetauscht und Breaker waren noch im Kreis, aber das gibt es heute nicht mehr. Aber was soll man da jetzt irgendwie nachheulen. Was soll man da jetzt sagen früher war alles besser. Was bringt das? Das bringt ja niemandem was. Das ist nicht produktiv. Das einzige was produktiv ist, ist das man versucht einfach selber weiterzumachen, sein eigenes Ding zu machen. Und ich tue halt einfach meinen Teil insofern dazu, als das ich die Musik und die Mooves mache, die ich für richtig halte und damit das Rap Business und die Hiphop Szene um diese Ecke erweitere. Und die Leute, die das ähnlich sehen wie ich, die können dann rein kommen in diese Ecke. Aber ich bin jetzt nicht so wahnsinnig der alles-ist-scheiße Typ, es ist was es ist. It is the way it is. Und so hat sich das einfach entwickelt und anstatt mich da jetzt großartig negativ oder positiv drüber aufzuregen muss ich das produktiv angehen und gucken wie ich mein ding da weitermachen kann.

Also zusammengefasst könnte man sagen, dass du versuchst nicht in die Zukunft zu sehen und aber auch nicht der Vergangenheit hinterher zu trauern. Du lebst diese Minute.

Schön wäre es, wenn das klappen würde. Natürlich macht man sich viele Gedanken, wie war es früher und wie könnte es in der Zukunft sein. Ich muss aber auch an die Zukunft denken, ich muss ja auch planen. Ich muss ja auch schauen, was mache ich das nächste Jahr und was für releases bringe ich raus. Ich bin ja auch Label Man auf Allesreal Records und da denkt man natürlich immer auch ein bisschen mehr so an die Business Sache und überlegt sich, wie kann man das machen, wie kann man jenes machen. Natürlich muss man gucken, muss ein bisschen die Zukunft vorausahnen. Aber es bringt eben nichts, sich da darüber aufzuregen. Ich rege mich nicht darüber auf, was andere Leute machen. Natürlich sitze ich auch manchmal daheim und denke mir, was ist denn das da für ein Idiot, der ist ein Penner und so. Aber ich verschwende nicht wahnsinnig viel Energie da drauf, sondern ich benutze dieselbe Zeit und Energie um zum gucken, was ich machen kann.

Würdest du sagen, dass Sinnflut eine Weiterentwicklung ist?

Selbstverständlich würde ich das sagen.

Die Zukunft von Allesreal Records, was gibt es da für Releases die anstehen? Stress & Trauma? Italo Reno & Germany?

Dieses Jahr wird es auf jeden Fall von Sinnflut zur ARR Flut werden. Wir haben jetzt angefangen mit dem Album von DJ GQ. Das Album ist jetzt exklusiv auf der Tour erhältlich, ab dem siebzehnten märz ist es auch im Laden erhältlich. Es ist ein Producer Album mit vielen Features Von Savas über Azad bis zu allen möglichen Leuten. Es Ist ein sehr gutes Album geworden. Das ist so unser Kickoff für dieses Jahr, für zweitausendundsechs. Ich schätze mal als nächstes kommt das Album von Italo Reno, ungefähr im selben Zeitraum kommt das Album von Germany. Dann kommt auf jeden Fall ein Stress & Trauma Album, wir machen dieses Jahr ein Weser Allstars Album, also Stress & Trauma, Italo Reno & Germany und Curse und außerdem stehen von mir persönlich auch noch ein oder zwei Releases an, die noch geheim sind. Aber es kommen dieses Jahr auf jeden Fall noch Sachen von mir. Und wir haben eventuell neue Signings bei Allesreal Records, das ist aber noch nicht spruchreif, deshalb kann ich das noch nicht breit treten, aber es kann schon sein, das wir dieses Jahr locker sieben bis zwölf Alben raus bringen. Also dieses Jahr wird auf jeden Fall ein extrem produktives Jahr für uns.

Letzte Frage, Was müsste passieren, dass du sagen würdest, ich hole mir jetzt einen job und höre auf mit dem Ganzen, keine Alben, keine Konzerte, keine Releases, kein Label?

Weiß man nicht, kann sein, dass es morgen ist. Aber ich gehe erstmal nicht davon aus. (Manager aus dem Hintergrund) Also morgen geht nicht, da haben wir den Interviewtermin. (lacht). Morgen ist erst mal Offday. Also sagen wir so, genau diesen Gedanken habe ich einmal alle vierzehn Tage. Aber schon seit zehn Jahren. Es gibt immer wieder regelmäßig Punkte wo ich sage Fuck, ich schmeiße die kacke hin, ich habe kein Bock mehr. Aber dann ist es echt so, am nächsten Tag höre ich irgendeinen Beat oder habe irgendwelche Lines im Kopf oder irgendjemand kommt zu mir und unterhält sich mit mir und gibt mir wieder neuen Input und weiter geht es. Also so schnell wird das nicht passieren.

Eine Sache noch, Interview Backspin, Interview Allesreal.de zum neuen album, da finde ich, dass das letzte Album Innere Sicherheit ein bisschen untergegangen ist und zwar weil die ganze zeit das Gerede war von zurück was du eigentlich kannst, das homogenste werk und dann das von innen nach außen update 2005. Meine Meinung ist aber, dass das Innere Sicherheit Album eine musikalische Perfektionierung von dir als Künstler ist. Findest du, dass das Album untergegangen ist?

Also es ist von den Verkaufszahlen her überhaupt nicht untergegangen. Es hat sich super verkauft. Es hat sich sogar viel besser verkauft, als vorherige Alben. Das heißt es ist kommerziell nicht untergegangen, es war kein Flop, im Gegenteil, da waren zwei extrem erfolgreiche Singles drauf, Widerstand und Und was ist jetzt. Aber es ist so, dass im harten Kern der Hiphop Szene das Album nicht besonders positiv aufgenommen wurde, weil viele Leute es nicht geschnallt haben. Weil sie nicht geschnallt haben, wieso ich jetzt einen Gospel Chor auf dem Album habe und warum ich jetzt einen Reggae Song mache, warum ich und was ist jetzt gemacht habe, warum ich den Rocksong habe. Da waren wohl viele vor den Kopf gestoßen. So zum Beispiel halt auch irgendwelche Redakteure von irgendwelchen Magazinen, sei es die Juice oder sonst irgendwas. Und die nehmen das dann natürlich so als Aufhänger. ah, jetzt ist Curse wieder zurück zu einem anderen Ding gekehrt. Für mich persönlich war Innere Sicherheit in gewisser Weise ein experimentelles Album, weil ich eben musikalisch viele Dinger ausprobiert habe. Und ich finde, ich habe teilweise den Nagel echt auf den Kopf getroffen. Teilweise habe ich aber auch das Gefühl, dass ich zwei Schritte zu weit gegangen bin, bzw nicht zu weit, sondern einfach falsch. Zum Beispiel dieser Rocksong, den hätte man viel geiler machen können. Uns hat einfach noch das Knowhow gefehlt, wie geht man mit dieser Live Instrumentierung um. Das hat uns einfach noch gefehlt um ihn so geil zu machen, wie er hätte sein können. Ich persönlich höre mir den Song heute nicht mehr so oft an, weil ich nur die ganzen Fehler höre, und dann denke, dass hätte man anders machen können. Und ich glaube, dass Innere Sicherheit da das Album ist, was am meisten Platz bietet um zu sehen, ah, das hätte ich anders machen können. Deshalb auch noch mal zurück zu der Frage ob Sinnflut eine Weiterentwicklung ist. Sinnflut ist in gewisser Weise auch eine Weiterentwicklung von Innere Sicherheit, weil wir auf Sinnflut sehr viel mit Live Instrumenten gearbeitet haben, wahrscheinlich sogar noch mehr als auf Innere Sicherheit. Nur ist es jetzt anders umgesetzt, es ist nicht mehr so, Jetzt kommt die Live Gitarre, sonders es fügt sich alles harmonisch ein und du siehst es mehr so als Ganzes. Und es ist homogener und zusammenpassender als auf Innere Sicherheit, wo ja der eine Song nach ganz links und der andere nach ganz rechts geht. Ich stehe da voll zu Innere Sicherheit und ich hätte es auch überhaupt nicht anders machen wollen. Aber wie gesagt, ich denke, dass viele Leute diesen großen Sprünge nicht nachvollziehen konnten. Die sind nicht mit auf die Reise gekommen, haben nicht gesagt, ich lass mich drauf ein, sondern versteh ich nicht. Aber na ja, fuck it. Irgendwelche Schlussworte? Fuck it! (lacht)




Kommentare

mo (23.02.2006 13:37:09)
yo julie ihr macht ja mächtig business...!


Medien


  • curse interview